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Um dir die Entscheidung für ein bestimmtes Piercing etwas leichter zu machen , haben wir im Folgenden die bekanntesten aufgelistet. Zusätzlich erfährst du, welcher Schmuck sich am besten für welche Körperstelle eignet und wie lange der Heilungsprozess in etwa dauer.
Lobe Piercing Lobe-Piercing (3-9 Monate)
Falls man vorhaben sollte, das klassische Ohrläppchen-Piercing nach Abschluss des Heilungsprozesses aufzudehnen, kann man dieses bevorzugt von einem fachkundigen Piercer stechen lassen. In diesem Fall kann bereits Schmuck in einer Stärke von max. 2 mm eingesetzt werden. Sollte es dagegen bei einem herkömmlichen Ohrloch bleiben, kann man sich dieses auch bei einem Juwelier mit einer Ohrlochpistole schießen lassen.

Dies sollte man aufgrund des immensen Risikos jedoch niemals im Knorpelbereich tun!

Helix-Piercing (3-9 Monate)
Es befindet sich am äußeren oberen Rand des Ohres, dort wo die Ohrmuschel eine „Brücke“ bildet. Das Helix-Piercing nimmt sehr viel Pflege in Anspruch und benötigt eine lange Heilungsphase. Wir empfehlen einen Ring als Erstschmuck.

Conch-Piercing (3-9 Monate)

Dieses Piercing, bei dem vorzugsweise ein Labret als Stab verwendet wird, wird durch die innere Ohrmuschel gestochen. Eine Kugel ist also innerhalb der Ohrmuschel zu sehen, die Platte des Labrets befindet sich hinter dem Ohr.

Tragus-Piercing (3-9 Monate)
Beim Tragus handelt es sich um den kleinen dreieckigen Knorpelvorsprung vor dem Gehörgang. Er ist schnell zu einem der beliebtesten Piercingstellen im Ohr geworden, obwohl er (wie alle anderen Knorpel-Piercings auch) recht pflegeintensiv ist.

Anti-Tragus (3-9 Monate)
Dieses Piercing wird gegenüber des Tragus, in den Knorpel oberhalb des Ohrläppchens, gestochen.

Rook (auch Anti-Helix) (3-9 Monate)
Das Piercing durch die große Knorpelfalte im Inneren der Ohrmuschel, bei dem auch hier meistens eine „Banane“ mit zwei Kugeln getragen wird. Dadurch, dass es bei entsprechender Schmuckgröße nicht aus dem Ohr hervorragt, ist es relativ komfortabel zu tragen.

Daith (3-9 Monate)
Es befindet sich in der Knorpelbrücke unmittelbar oberhalb des Gehörgangs und ist demnach ähnlich wie das darüber gelegene Rook-Piercing.

Industrial (3-9 Monate)
Das Industrial erfordert etwas Geduld. Zwei Helix-Piercings sollten zunächst separat ausheilen bis sie schließlich durch einen langen Stab, der diagonal unter der „Ohrbrücke“ verläuft, verbunden werden. Man kann das Industrial auch in einer Sitzung stechen lassen, was aber große Sorgfalt bei Platzierung und Pflege erfordert. Außerdem ist es nicht bei jedem anatomisch möglich, da die Ohrkrümmung  ausreichend sein muss.

Orbital (3-9 Monate)

Auch dies ist ein Ohrprojekt, ähnlich wie das Industrial. Hier wird z.B. ein Ring durch Conch und Ohrläppchen getragen.


Augenbrauen Piercing Augenbraue (4-8 Wochen)
Das populäre Augenbrauen-Piercing sollte im äußeren Drittel der Augenbraue gestochen werden, da weiter zur Gesichtsmitte hin der Nervus Supraorbitalis (Oberaugenhöhlennerv) verläuft, der natürlich in keinem Fall verletzt werden darf. Um unnötige Spannung zu vermeiden, wird meistens ein bananenförmiger Stab eingesetzt.


Nasenpiercing Nasenflügel-Piercing (6 Monate)
Da das klassische Nasen-Piercing ebenfalls durch Knorpelgewebe gestochen wird, gibt es auch hier eine recht lange Heilungszeit. Entscheidet man sich für einen Ring als Erstschmuck, sollte man später auf einen ausreichend großen Stab-Durchmesser achten, wenn man zu einem Stecker wechselt. Umgekehrt gilt dasselbe, da Stecker erheblich dünner sind als die klassischen Ringe.
Septum-Piercing (2-3 Monate)
Auch scherzhaft als „Bullen-Ring“ bekannt. Das Septum ist die mittige Trennung zwischen den beiden Nasenlöchern und gepierct wird nicht die Nasenscheidewand selbst, sondern der Hautabschnitt darunter. Die Schmerzgrenze reicht dabei von „gar nicht“  bis „sehr“, da es auf das jeweilige Septum der individuellen Person ankommt (wie weich es beispielsweise ist).

Bridge
Hier wird das Piercing oberhalb des Nasenrückens gestochen, es liegt also direkt zwischen den Augen. Aufgrund des erheblichen Risikos (welches auf die dort verlaufenden Blut- und Nervenbahnen zurückzuführen ist) und der erforderlichen Pflege-Intensität, könnten Piercer diesen Stich ablehnen.

Lippen-Piercings (2-3 Monate)
Zu ihnen gehören das Labret (mittig in der Unterlippe), das Monroe-Piercing (linke Seite Oberlippe) und das Madonna-Piercing (rechte Seite Oberlippe). Auch das Medusa-Piercing, welches mittig über der Oberlippe sitzt, zählt zu den Lippen-Piercings, gilt aber gleichzeitig als eines der gefährlichsten. Durch unsere flexiblen PTFE-Labretstäbe werden Zähne und Zahnfleisch geschont.

Lippenbändchen-Piercing (1-2 Wochen)
Der Schmuck wird so angebracht, dass er nur beim Lächeln zu sehen ist. Um unnötigen Schaden an den Zähnen zu vermeiden, ist die Kugel des Rings hinten flach. Aufgrund des  dünnen Häutchens verheilt es relativ zügig, das Piercing kann aber in seltenen Fällen aus anatomischen Gründen (z.B. weil das Lippenbändchen zu klein ist) unmöglich sein.
Zungenpiercing Zungen-Piercing (3-6 Wochen)
Dieses Piercing kann sehr diskret getragen werden, möglichst senkrecht in der natürlichen Beugestelle der Zunge. In einigen Fällen, wenn das untere Zungenbändchen im Weg sein sollte, kommt man jedoch um eine leichte Anwinkelung nicht herum. Aufgrund der Schleimhäute verheilt es meist schnell, jedoch kann das erstmalige Anschwellen der Zunge zunächst als störend empfunden werden. Nach Abschluss des Heilungsprozesses sollte unbedingt ein kürzerer Stab eingesetzt werden, um ein versehentliches drauf beißen  zu verhindern.
Cheek-Piercing
Hier werden die Wangen (dort, wo oft die Grübchen sitzen) gepierct. Aufgrund der nicht leicht zu lokalisierenden Arteria Facialis (Gesichtsarterie) gehört dieses Piercing zu den problematischen. Zudem kann eine tiefe Narbe verbleiben, wenn man dieses Piercing wieder herausnimmt.

bauchnabelpiercing Bauchnabel (bis 9 Monate)
Bei dem beliebten Bauchnabel-Piercing muss man leider eine lange Heilungszeit in Kauf nehmen, da es sich in einer natürlichen Beugestelle des Körpers befindet und somit viel Reibung und Bewegung ausgesetzt ist. Manchmal wird es auch seitlich oder an der unteren Hautfalte gestochen, die obere ist jedoch die gängigste Position. Von einem Ring sollte man absehen, da er viel Angriffsfläche für äußere Belastungen bietet und ständig zur Seite gedrückt wird. Die bekannte „Banane“ dagegen liegt ruhig im Bauchnabel.


Surface (Oberflächen-Piercing)  (9 Monate)

Bei dieser Piercingart wird der Schmuck unter eine flache oder nur leicht gewölbte Gewebe-Partie angebracht, anstatt, wie bei regulären Piercings, komplett durch das Körpergewebe von einer Seite zur anderen hindurch gestochen zu werden. Man kann ein Surface rein theoretisch also an fast jede beliebige Körperstelle anbringen. Allerdings brauchen Oberflächen-Piercings häufig sehr lange, bis sie abgeheilt sind: Der Körper versucht, den Schmuck abzustoßen, da er diesen als Fremdkörper wahrnimmt. Die richtige Platzierung des Stichkanals kann helfen, diesem Risiko des Herauswachsens vorzubeugen, ebenso wie eine gute Auswahl des Schmucks, wie die speziell gebogenen „Surface“-Stäbe.

Subdermal (dt.: „unter der Haut“)  (3 Monate)

Dermal Anchor
Eine neuere Art des Surface-Piercing ist der Dermal Anchor, der nur an einem Ende eine Aufnahme für eine Piercingkugel besitzt. Der Dermal Anchor besteht aus einem waagrechten Plättchen und einem dazu senkrechten Stab mit Innengewinde, der im Idealfall mit der Hautoberfläche abschließt (sodass nur das Ende des Gewindestabs zu sehen ist). Der Dermal Anchor wird in der Regel mit einer Needle Blade (2,0 mm oder 2,5 mm) oder einem Dermal Punch eingesetzt.
Extra für den Dermal Anchor wurden zudem Aufsätze in Form von kleinen Scheiben entwickelt, welche flach auf der Haut aufliegen (erhältlich mit und ohne Glitzerstein).

Skindiver
Mit dem Skindiver eröffnet sich eine völlig neue Dimension der Surface-Piercings. Er kann an fast jeder Körperstelle eingesetzt werden und bietet eine Fülle an „eigenen“ und neuen Design-Möglichkeiten, die mit dem (größeren) Dermal Anchor nicht möglich sind. Der Skindiver lässt sich zudem sehr leicht einsetzen.

brustpiercing Brustwarze (2-3 Monate)
Das Brustwarzen-Piercing kann sowohl horizontal, als auch vertikal gestochen werden. Dabei wird das Piercing direkt am Ansatz der Warze oder - falls diese zu flach sein sollte - leicht durch den Brustwarzenhof angesetzt. Aufgrund der besonderen Empfindsamkeit der Brustwarze, wird vor dem Stechen vorzugsweise eine extra Oberflächenbetäubung aufgetragen. Dieses Piercing ist nicht nur optisch, sondern zeitweise auch sensorisch ein Gewinn für ihre Träger. Frauen sollten nach dem Abstillen sicher gehen, dass ihre Muttermilchproduktion komplett abgeschlossen ist. Da es zu Entzündungen kommen kann, könnte  sich in einem verschlossenen Milchgang die Milch stauen. Abgesehen davon ist das Brustwarzen-Piercing in diesem Zusammenhang jedoch unproblematisch.

Christina (bis 6 Monate)
Da es sich hierbei um ein Oberflächenpiercing handelt, welches senkrecht oberhalb der Klitoris durch den Schamhügel-Ansatz gestochen wird, ist eine einfache Eisspray-Betäubung ausreichend. Auch hier wird üblicherweise eine „Banane“ getragen.

Äußere Schamlippen (bis 6 Monate)
Der lange Heilungsprozess dieses Piercings ist auf die Reibung und den Druck durch die alltäglichen Belastungen zurückzuführen. Üblich ist hier das Tragen eines Ringes.

Innere Schamlippen (4-6 Wochen)
Das Piercing durch die dünnen inneren Schamlippen hat eher eine dekorative, als eine stimulierende Wirkung. Auch hier trägt man üblicherweise einen Ring.

Klitorisvorhaut-Piercing (KV) (1-2 Monate)

Die Klitorisvorhaut kann horizontal (Ring) oder vertikal („Banane“) gestochen werden, sodass die Kugel auf der Klitoris zum Liegen kommt. Frauen, denen die direkte Stimulation der Klitoris (wie sie aufgrund der permanenten Reibung bei der vertikal eingesetzten „Banane“ der Fall wäre) eher unangenehm ist, sollten also lieber ein horizontales Anbringen des Ringes in Erwägung ziehen. Durch die ständige Stimulation kann das Piercing übrigens mit der Zeit an Reiz verlieren, was durch das zeitweilige Herausnehmen wiederrum vermieden werden kann.

Frenum-Piercing (2-4 Wochen)
Beim Frenum handelt es sich um das dünne Häutchen, das an der Penis-Unterseite die Vorhaut mit der Eichel verbindet. Da es kaum schmerzt und in kurzer Zeit verheilt ist, ist es für viele Männer der Einstieg in den Intimschmuck.

Hafada (bis 6 Monate)
Hafadas können an beliebiger Stelle des Hodensacks durch eine Hautfalte gestochen werden und dienen daher eher dekorativen Zwecken. Allerdings sind sie an dieser Stelle natürlich viel Reibung ausgesetzt, weswegen sie etwas länger verheilen müssen.

Guiche (bis 6 Monate)
Dieses Piercing wird horizontal durch das Perineum (dem Hautfältchen zwischen Hodensack und Anus) gestochen und gilt als sehr stimulierend. Auch hier ist der Heilprozess jedoch etwas langwierig, weswegen sich besonders Männer mit sitzender Tätigkeit dieses Piercing genau überlegen sollten.

Dydoe
Dieses Piercing, welches durch den Rand der Eichel gestochen wird (meist paarweise), sollte nur bei beschnittenen Männern vorgenommen werden, um unnötige Reibung durch die Vorhaut zu vermeiden. Meist werden auch hier kleine „Bananen“-Stäbe getragen.

Prinz Albert (PA) (1-4 Monate)
Bei diesem gängigen Intimpiercing verläuft der Schmuck (Ring oder „Banane“) vertikal in den Harnröhrenmund und tritt auf der Unterseite des Penis´ auf Höhe des Frenulums wieder aus. Daher wird vergleichsweise wenig Gewebe durchstochen und das Piercing lässt sich auch von unbeschnittenen Männern komfortabel tragen. Auch nach Jahren wirkt es noch sehr stimulierend für seinen Träger.

Ampallang (bis 6 Monate)
Der Stab führt bei diesem Piercing horizontal durch die gesamte Eichel. Das Stechen ist relativ schmerzhaft, weswegen hier (wie bei allen Intimpiercings) die extra Oberflächenbetäubung empfohlen wird. Ampallangs, die direkt durch die Harnröhre gestochen werden, verheilen übrigens schneller als solche, die etwas oberhalb verlaufen. Allerdings sollte aufgrund zahlreicher Arterien niemals unterhalb der Harnröhre gestochen werden!

Apadravya (bis 6 Monate)

Hier verläuft der Stab vertikal durch Eichel und Harnröhre und verheilt etwas schneller als der Ampallang, da hier weniger Gewebe durchstochen wird.